Teilnehmerplakette 1934
Werbung Mauser 1939
Schiesstand Zittau 1933
Werbung 1909
Lorenz Meisterscheibe
Geschichte des Wehrmannschiessens



Vor 1900 fanden grosse Schiessveranstaltungen mit internationaler Beteiligung statt,
geschossen wurde mit den seinerzeit eingeführten Militärgewehren.
Im deutschen Schützenbund gab es zu dieser Zeit keine entsprechende Disziplin, das
Schiessen mit Militärgewehren und der entsprechenden Munition war nur auf militärischen
Schiesständen möglich, jedoch wurden diese nicht zivilen Benutzern zur Verfügung gestellt.
Auch die vielen vorhandenen Feuerstutzen Stände konnten aufgrund der zu schwachen
Kugelfänge nicht genutzt werden.
Erst um 1900 wurden vermehrt für die Patrone 8,15x46R geänderte Militärgewehre
verwendet, diese Patrone war präzise, Kostengünstig und auf einfachen Schiessständen
verwendbar.
Diese Wehrmannbüchsen waren bis auf das Kaliber identisch mit den Infanteriegewehren
M88 und M98, auch die Visierung durfte nicht geändert werden, zumeist als Einzellader
ausgeführt waren diese zum " Schnellfeuerschiessen" nicht geignet. Vorgeschrieben war
unter anderem eine nicht geänderte Schaftkappe sowie ein Abzugsgewicht von 1500 gramm.
Es wurde wie zu der Zeit üblich auf Distanzen von 130, 175 und 300 meter geschossen.

Bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges konnte sich das Wehrmannschiessen nicht wirklich
durchsetzen, dies änderte sich erst um 1920, zu dieser Zeit war der Gedanke der Wehr-
haftigkeit in Deutschland allgegenwärtig. Nun förderte auch das durch den Versailler Vertrag
gebeutelte Militär sowie der Deutsche Schützenbund das Wehrmannschiessen, der Umgang
mit den militärisch anmutenden Gewehren war unter den nun "arbeitslosen" Soldaten über-
aus beliebt.
Die erste Deutsche Meisterschaft im Wehrmannschiessen fand 1926 in Köln bei den
"Deutschen Kampfspielen" statt, ausgeführt auf 175 meter in den Positionen stehend, liegend
und knieend.

Nach 1933 wurde der Schiessport schnell von den Machthabern als Instrument der
vormilitärischen Ausbildung benutzt, das Schiessen mit Wehrmanngewehren und Kleinkalibrigen
Wehrsportgewehren wurde gegenüber anderen Disziplinen stark gefördert. Nach und nach
wurde jedoch das grosskalibrige Wehrmanngewehr durch die KK Wehrsportgewehre verdrängt,
die vormilitärische Ausbildung innerhalb der Hitlerjugend fand nur mit diesen statt.
Es wurde ein einheitliches KK Wehrsportgewehr eingeführt, weitgehend identisch mit dem
deutschen Infanteriegewehr K98k, das deutsche Sportmodell - DSM.

Nach Ende des zweiten Weltkriegs wurde das Schiessen mit militärisch anmutenden Waffen
sowie der Schiessport allgemein durch die Siegermächte verboten, erst nach lange Zeit nach
Kriegsende wurde das Sportschiessen wieder möglich.

 

 

 

©  2017  Michael Hammer

 

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